✖️ Wie Sie die Einmaleins-Tabellen lernen: Reihenfolge, Methode, Tipps

Wie kann Ihr Kind das Einmaleins lernen, ohne dass das Üben jeden Abend zur mühsamen Pflicht wird? Die Frage stellt sich im zweiten Schuljahr (CE1), taucht im dritten (CE2) wieder auf und wird spätestens dann dringend, wenn die 7er-Reihe im März immer noch nicht sitzt. Keine Sorge: Es ist keine Frage des Talents, sondern der Methode.
In diesem Leitfaden finden Sie die beste Reihenfolge zum Lernen der Einmaleins-Tabellen, einen konkreten Tipp zu jeder Tabelle und eine 10-Minuten-Routine, die in jeden Abend passt. Sie werden sehen: Es gibt viel weniger zu merken, als man denkt.
Vor dem Auswendiglernen: Verstehen, was „mal“ bedeutet
Eine Tabelle, die nur auswendig gelernt, aber nicht verstanden wurde, ist wackelig: Beim ersten Blackout fehlt Ihrem Kind jede Hilfe, um die Lösung herzuleiten. Bevor Sie irgendetwas auswendig lernen lassen, prüfen Sie, ob Ihr Kind weiß, was 3 × 4 bedeutet.
- Gleiche Päckchen: 3 × 4 sind 3 Päckchen mit je 4 Murmeln, also 4 + 4 + 4 = 12.
- Ein Rechteck: 3 Reihen mit 4 Kästchen auf einem karierten Blatt, also 12 Kästchen. Drehen Sie das Blatt um eine Vierteldrehung: Es entstehen 4 Reihen mit 3 Kästchen – immer noch 12.
Das gedrehte Rechteck zeigt: 3 × 4 = 4 × 3 – die Reihenfolge der Zahlen ändert nichts am Ergebnis. Dieser Trick halbiert später fast die Lernarbeit. Lassen Sie Ihr Kind das einmal mit Nudeln oder Münzen ausprobieren.
Sehen, sprechen, bewegen: Das Einmaleins mit allen Sinnen lernen
Nur durch Lesen bleibt das Einmaleins selten im Kopf. Es hilft, die Tabellen auf verschiedene Arten zu erleben: geschrieben, gehört, gesprochen – und sogar gesprungen. Jedes Kind hat seine Vorlieben (siehe unseren Artikel über visuelles und auditives Gedächtnis bei Kindern), aber Abwechslung bringt allen etwas.
- Sehen: Ein Poster mit den Einmaleins-Tabellen am Kühlschrank oder an der Zimmertür, jede Tabelle in einer anderen Farbe. So bleibt sie im Blick. Nutzen Sie gern unsere druckbaren Einmaleins-Tabellen mit Poster, Pythagoras-Tabelle und Lückentabellen.
- Sprechen: Laut aufsagen, flüstern, mit Roboter- oder Riesenstimme. Der Spaßfaktor sorgt dafür, dass Ihr Kind gern wiederholt.
- Bewegen: Malen Sie ein Hüpfspiel mit Kreide und lassen Sie Ihr Kind bei jedem Ergebnis ein Feld weiterspringen und in die Hände klatschen. Der Körperrhythmus unterstützt das Lernen.

In welcher Reihenfolge sollte man das Einmaleins lernen?
Die Tabellen von 1 bis 10 einfach der Reihe nach zu lernen, ist nicht der cleverste Weg. Besser ist es, mit den leichten Reihen zu starten und diese als Basis für die schwierigeren zu nutzen. Die 1er- und 10er-Tabelle sind schnell verstanden: Mal 1 ändert nichts, mal 10 bedeutet, eine Null anzuhängen. Für die Tabellen von 2 bis 9 empfehlen wir diese Reihenfolge:
| Schritt | Tabelle | Baut auf | Wirklich neue Aufgaben |
|---|---|---|---|
| 1 | 2 | Die Verdopplungen | 8 (von 2 × 2 bis 2 × 9) |
| 2 | 5 | Die Hälfte der 10er-Tabelle | 7 |
| 3 | 4 | Das Doppelte der 2er-Tabelle | 6 |
| 4 | 3 | Die 2er-Tabelle plus einmal die Zahl | 5 |
| 5 | 9 | Die 10er-Tabelle minus einmal die Zahl | 4 |
| 6 | 6 | Die 5er-Tabelle plus einmal die Zahl | 3 |
| 7 | 8 | Das Doppelte der 4er-Tabelle | 2 |
| 8 | 7 | Alles andere ist schon bekannt | 1 (7 × 7) |
Zählen Sie nach: 8 + 7 + 6 + 5 + 4 + 3 + 2 + 1 = 36. Dank der Regel 3 × 4 = 4 × 3 gibt es im Raster von 2 × 2 bis 9 × 9 zwar 64 Felder, aber nur 36 verschiedene Aufgaben zu merken. Und wenn die gefürchtete 7er-Tabelle kommt, bleibt nur ein neues Ergebnis: 7 × 7 = 49. Zeigen Sie das Ihrem Kind – das ist oft eine echte Erleichterung.
Ein Merktrick für jede Tabelle
Jede Tabelle hat ihren eigenen „Griff“. Hier sind die besten Tipps, die Sie gleich heute weitergeben können.
Die Tabellen von 2, 4 und 8: Die Familie der Verdopplungen
Mit 2 multiplizieren heißt verdoppeln. Mit 4 multiplizieren heißt zweimal verdoppeln: 4 × 7 ist das Doppelte von 14, also 28. Mit 8 multiplizieren heißt dreimal verdoppeln: Bei 8 × 6 geht es von 6 auf 12, dann 24, dann 48.
Die Tabellen von 5 und 10: Die unzertrennlichen
Alle Ergebnisse der 10er-Tabelle enden auf 0. Die der 5er-Tabelle enden auf 0 oder 5 und sind immer die Hälfte der 10er-Tabelle: 5 × 8 ist die Hälfte von 80, also 40.
Die Tabellen von 3 und 6: Einmal mehr
3 × 7 ist 2 × 7 plus noch einmal 7: 14 + 7 = 21. Genauso ist 6 × 7 gleich 5 × 7 plus 7: 35 + 7 = 42. Extra-Tipp für die 6er-Tabelle mit einer geraden Zahl: Das Ergebnis endet auf diese Zahl, und die Zehnerstelle ist die Hälfte davon. 6 × 4 = 24, 6 × 6 = 36, 6 × 8 = 48.
Die 9er-Tabelle: Der Fingertrick
Legen Sie die Hände flach hin, die Finger von links nach rechts mit 1 bis 10 nummeriert. Für 9 × 4 klappen Sie den vierten Finger ein: Links bleiben 3 Finger (Zehner), rechts 6 Finger (Einer) – also 36. Noch ein Trick: 9 × 7 ist wie 10 × 7 minus 7, also 70 − 7 = 63. In unserem Artikel zur 9er-Reihe und ihren Tricks erklären wir jede Methode im Detail.
Die 7er-Reihe: die letzte und die kürzeste
Mit der oben vorgeschlagenen Reihenfolge bleibt nur noch 7 × 7 = 49 als neue Aufgabe. Für 7 × 8, eine der kniffligsten Aufgaben, hilft die Zahlenfolge 5, 6, 7, 8: 56 = 7 × 8. Weitere Ideen finden Sie in unserem Artikel zur 7er-Reihe und viele weitere Tipps – für Mathe und Deutsch – in den Kidibook-Merk-Tricks.
Eine 10-Minuten-Routine pro Tag
Beim Üben der Reihen zählt die Regelmäßigkeit viel mehr als die Dauer: Zehn Minuten täglich bringen mehr als eine Stunde am Sonntagabend. Hier ein typischer Ablauf, ideal nach dem Snack oder während Sie das Abendessen vorbereiten.
- 2 Minuten Aufwärmen: Eine bekannte Reihe aufsagen, um mit einem Erfolgserlebnis zu starten.
- 4 Minuten für die aktuelle Reihe: Erst der Reihe nach, dann durcheinander. Das Durcheinander ist entscheidend: In der Schule fragt niemand „die 6er-Reihe komplett“, sondern „6 × 7“ mitten in einer Aufgabe.
- 3 Minuten Schnellfragen: Sie fragen, Ihr Kind antwortet. Fehlerhafte Aufgaben kommen in eine kleine „noch üben“-Box.
- 1 Minute Rückblick: Das Tageskästchen auf einer Tabelle am Kühlschrank abhaken.
Die „noch üben“-Box ist der Schlüssel. Schreiben Sie die Aufgabe auf eine Karte, die Lösung auf die Rückseite. Jede falsch beantwortete Karte kommt am nächsten Tag wieder dran; eine Karte, die drei Tage hintereinander richtig gelöst wurde, wandert in den Stapel der sicheren Aufgaben, der einmal pro Woche wiederholt wird. So übt man gezielt das, was noch nicht sitzt.
Zehn Minuten sind zu viel? Teilen Sie die Zeit mit dem Timer in zwei Fünf-Minuten-Blöcke, wie bei der Pomodoro-Methode für Kinder. Und für mehr Abwechslung nutzen Sie unsere Spiele zum Üben der Reihen: Kartenspiele, Memory, Würfel oder Hüpfspiele ersetzen die Fragerunde zwei- bis dreimal pro Woche wunderbar.
Wenn es hakt: Fehler, die Sie vermeiden sollten
- Zu schnell vorgehen. Eine neue Reihe pro Woche oder alle zwei Wochen reicht völlig aus.
- Nur der Reihe nach aufsagen. Wenn Ihr Kind bei 7 × 1 anfangen muss, um 7 × 8 zu finden, kennt es ein Lied – aber noch nicht die Reihe.
- Die Reihen als Strafe einsetzen. „Kein Nachtisch, bis du die 8er-Reihe kannst“ verbindet Mathe mit Zwang. Bleiben Sie spielerisch.
Manche Aufgaben sind besonders hartnäckig: 6 × 7, 6 × 8, 7 × 8, 8 × 9. Schreiben Sie diese auf Extra-Karten, hängen Sie sie z. B. ans Waschbecken, und üben Sie sie täglich kurz. Bleibt Ihr Kind trotz regelmäßigem Üben blockiert oder gerät in Panik, sprechen Sie mit der Lehrkraft: Sie kann Ihnen sagen, wie es im Unterricht läuft und Sie ggf. beraten.
Möchten Sie diese Tipps in die Praxis umsetzen?
Jeden Tag ein neues Abenteuerheft, angepasst an die Klasse Ihres Kindes – zum Ausdrucken oder am Bildschirm bearbeiten. Ohne Verpflichtung.
Ihre Fragen
Ab welchem Alter lernt man die Einmaleinsreihen?
Meist werden die Reihen von 2 bis 5 im zweiten Schuljahr (CE1) geübt, die von 6 bis 9 im dritten Schuljahr (CE2). Im vierten und fünften Schuljahr (CM1 und CM2) sollen sie dann automatisiert sein, damit das Rechnen schneller geht. Ein paar Monate früher oder später sind kein Grund zur Sorge – wichtig ist, dass Ihr Kind regelmäßig übt.
Wie lange dauert es, eine Einmaleinsreihe zu lernen?
Es gibt keine feste Zeit – jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Ein guter Richtwert ist ein bis zwei Wochen pro Reihe, wenn man täglich zehn Minuten übt. Die letzten Reihen gehen oft schneller, weil viele Ergebnisse schon bekannt sind.
Soll man die Reihen der Reihe nach oder durcheinander lernen?
Beides, nacheinander. Erst die Reihe in der richtigen Reihenfolge aufsagen, um das Muster zu verstehen, dann durcheinander üben – denn so kommen die Aufgaben in Übungen und Textaufgaben vor.
Mein Kind zählt an den Fingern – ist das schlimm?
Nein, das ist am Anfang ganz normal und zeigt, dass Ihr Kind das Prinzip der Multiplikation versteht. Ermutigen Sie es dann, von bekannten Ergebnissen auszugehen, z. B. 5 × 8 zu nutzen, um 6 × 8 zu finden, statt immer neu zu zählen. Mit regelmäßigem Üben werden die Antworten automatisch.


