🤝 Eltern-Lehrer-Gespräch: Die 10 wichtigsten Fragen (und welche Sie besser vermeiden)

Kleiner Schulstuhl, Knie ragen hervor, zehn Minuten auf der Uhr: Das Eltern-Lehrer-Gespräch vergeht immer viel zu schnell. Am Ende hört man ein „Alles gut“ oder „Er ist ein bisschen verträumt“… und weiß eigentlich kaum mehr als vorher. Dabei ist dieser Termin wertvoll: Mit den richtigen Fragen erfahren Sie in wenigen Minuten, was die Lehrkraft den ganzen Tag beobachtet – und bekommen konkrete Tipps, wie Sie Ihr Kind zu Hause unterstützen können.
So bereiten Sie sich vor: Die 10 besten Fragen, welche Sie lieber vermeiden – und was Sie am nächsten Tag tun können.
Elternabend oder Einzelgespräch: Worum geht es eigentlich?
In der Schule wie im collège sind laut Gesetz mindestens zwei Treffen pro Jahr und Klasse zwischen Eltern und Lehrkräften vorgesehen (Artikel D111-2 des französischen Bildungsgesetzes). Die Form variiert je nach Schule. Meist begegnet man:
- Dem gemeinsamen Elternabend zu Schuljahresbeginn: Die Lehrkraft stellt das Programm, die Klassenregeln, Hausaufgaben, das Mitteilungsheft oder das digitale Klassenzimmer (ENT) vor. Das ist nicht der Moment, um über Ihr Kind im Einzelnen zu sprechen.
- Dem Einzelgespräch: Ein persönliches Gespräch, meist im ersten Trimester oder bei der Zeugnisausgabe. Hier zählen Ihre Fragen besonders.
- Im collège das Eltern-Lehrer-Treffen: Mehrere Lehrkräfte, jeweils nur ein paar Minuten. Konzentrieren Sie sich auf die Klassenleitung und ein bis zwei Hauptfächer.
Sie können jederzeit im Jahr ein Gespräch anfragen – über das Mitteilungsheft oder die Schulnachrichten. Warten Sie nicht, bis ein Problem größer wird.
Das Eltern-Lehrer-Gespräch in 10 Minuten vorbereiten
Sie brauchen keine drei Seiten Notizen. Ein kleiner Zettel reicht, am besten am Vorabend vorbereitet:
- Fragen Sie Ihr Kind: „Was fällt dir in der Schule leicht? Und was ist schwierig? Gibt es etwas, das ich deiner Lehrerin sagen soll?“ Die Antworten überraschen oft.
- Blättern Sie in den Heften: Notieren Sie einen konkreten Erfolg und eine Schwierigkeit, zum Beispiel ein gut geschriebenes Diktat oder häufige Fehler bei den Subtraktionen.
- Wählen Sie maximal 3 Fragen aus der Liste unten. Die Zeit ist knapp: Drei gute Antworten sind besser als zehn oberflächliche.
- Notieren Sie eine wichtige Information: Umzug, Geburt, Schlafprobleme, logopädische Betreuung – die Lehrkraft kann nicht wissen, was zu Hause los ist.

Die 10 wichtigsten Fragen an die Lehrkraft
Die Fragen sind thematisch sortiert. Wählen Sie je nach Kind und Zeitpunkt im Schuljahr.
Zu den Lernfortschritten
- „Worin ist er/sie im Moment besonders gut?“ Mit etwas Positivem zu beginnen, entspannt alle – und Sie können Ihr Kind abends direkt loben.
- „Bei welchem Thema tut er/sie sich am schwersten?“ Fragen Sie gezielt nach einem Punkt: „Der Zehnerübergang“ ist hilfreicher als „Mathe“.
- „Was erwarten Sie bis zum Ende des Trimesters von ihm/ihr?“ So erfahren Sie, worauf es dieses Jahr in der Klasse wirklich ankommt.
Zum Verhalten und zur Selbstständigkeit
- „Wie läuft es in der Gruppe und in den Pausen?“ Freundschaften und kleine Konflikte beeinflussen die Lust auf Schule stark.
- „Ist er/sie selbstständig, wenn es ans Arbeiten geht?“ Allein anfangen, Aufgaben beenden, Sachen wegräumen – das kann man auch zu Hause üben.
- „Beteiligt er/sie sich mündlich?“ Ein ruhiges Kind hat nicht unbedingt Schwierigkeiten, aber es ist gut, das zu wissen.
Zur Arbeit zu Hause
- „Wie viel Zeit sollte er/sie für die Hausaufgaben brauchen?“ Dauert es zu Hause deutlich länger, sagen Sie es ruhig – das ist für die Lehrkraft eine wichtige Information.
- „Wie sollen wir unterstützen: korrigieren, vorlesen oder alleine machen lassen?“ Jede Lehrkraft hat ihre Gewohnheiten; sich abzustimmen, verhindert widersprüchliche Botschaften.
- „Was könnten wir 10 Minuten am Tag tun, das wirklich hilft?“ Oft ist das die wertvollste Frage des ganzen Gesprächs.
Für die weitere Zusammenarbeit
- „Wie bleiben wir in Kontakt und wann sprechen wir wieder?“ Mitteilungsheft, Nachrichten, nächster Termin – nehmen Sie eine (ungefähre) Verabredung mit.
Fragen, die Sie besser vermeiden (und wie Sie es anders formulieren)
Manche Formulierungen blockieren das Gespräch eher, als es zu öffnen. Kein Drama, falls es Ihnen mal rausrutscht – aber so geht es besser:
| Besser nicht fragen | Warum das schwierig ist | So können Sie es sagen |
|---|---|---|
| „Auf welchem Platz sitzt er/sie in der Klasse?“ | Die Einstufung sagt nicht, woran gearbeitet werden soll, und viele Schulen machen das gar nicht. | „An welchem Punkt sollte er oder sie am dringendsten Fortschritte machen?“ |
| „Und wie ist der kleine Tom so?“ | Die Lehrkraft darf nicht über andere Kinder sprechen. | „Wie läuft es mit seinen Beziehungen zu den anderen?“ |
| „Warum machen Sie es nicht wie im letzten Jahr?“ | Das klingt wie ein Vorwurf und sorgt für eine angespannte Stimmung. | „Wie läuft es in Ihrer Klasse ab, damit wir ihn in die gleiche Richtung unterstützen können?“ |
| „Er ist wohl nicht fürs Schulleben gemacht, oder?“ | So ein Etikett bleibt haften, besonders wenn das Kind es hört. | „Was hilft ihm, mit der Arbeit anzufangen?“ |
| „Sie geben ihm zu viele Hausaufgaben.“ | Das ist eher ein Urteil als eine Information. | „Zu Hause braucht er dafür etwa eine Stunde. Ist das normal?“ |
Und falls es Meinungsverschiedenheiten gibt, sprechen Sie diese lieber in einem ruhigen, separaten Termin an – nicht während der Versammlung vor den anderen Eltern.

Nach dem Elternabend: Tipps in den Alltag übernehmen
Die eigentliche Arbeit beginnt am nächsten Tag. Drei einfache Schritte:
- Erzählen Sie Ihrem Kind vom Elternabend – beginnen Sie mit dem, was gut läuft. „Deine Lehrerin hat gesagt, dass du sehr aufmerksam zuhörst, wenn Geschichten vorgelesen werden.“ Dann nur ein Punkt: „Wir üben jetzt ein bisschen das laute Vorlesen.“
- Behalten Sie jeweils nur ein Ziel für ein paar Wochen bei. Zwei oder drei Baustellen gleichzeitig sind der sicherste Weg, nichts fertig zu bekommen.
- Schaffen Sie einen kurzen, festen Zeitraum: 10 bis 15 Minuten, immer zur gleichen Tageszeit. Unser Leitfaden für die Hausaufgabenroutine von CP bis CM2 hilft Ihnen, je nach Klassenstufe den passenden Rhythmus zu finden.
Um diese kleine Lerneinheit ohne Vorbereitung zu füllen, bietet das Kidibook-Abenteuer jeden Tag ein passendes Arbeitsheft zum Ausdrucken für die Klasse Ihres Kindes. Sie können es zuerst mit dem kostenlosen Heft ausprobieren. Und falls beim Elternabend eine Schwierigkeit beim Merken (Tabellen, Grammatikregeln, unveränderliche Wörter) angesprochen wurde, geben die Pense-Bêtes zu jedem Thema einen visuellen Merktipp.
Zusammengefasst
Ein gelungener Elternabend besteht aus drei Schritten: Bereiten Sie mit Ihrem Kind drei Fragen vor, hören Sie zu und starten Sie mit dem Positiven, nehmen Sie ein Ziel und einen Termin mit nach Hause. Der Rest passiert zu Hause, jeweils zehn Minuten. Sie und die Lehrkraft wollen dasselbe: dass Ihr Kind Fortschritte macht und gerne lernt. Also: Arbeiten Sie zusammen.
Möchten Sie diese Tipps in die Praxis umsetzen?
Jeden Tag ein neues Abenteuerheft, angepasst an die Klasse Ihres Kindes – zum Ausdrucken oder am Bildschirm bearbeiten. Ohne Verpflichtung.
Ihre Fragen
Wie lange dauert ein Einzelgespräch mit der Lehrkraft?
Das hängt von der Schule ab: In der Grundschule meist 10 bis 20 Minuten, beim Collège nur wenige Minuten pro Lehrer. Deshalb lohnt es sich, maximal drei Fragen vorzubereiten.
Sollte man das Kind zum Elternabend mitnehmen?
Folgen Sie der Einladung der Schule: Manche Lehrkräfte möchten, dass das Kind dabei ist, andere nicht. Falls es nicht mitkommt, fragen Sie Ihr Kind vorher, welche Fragen Sie stellen sollen, und erzählen Sie ihm hinterher vom Gespräch.
Ich kann am Tag des Elternabends nicht kommen – was tun?
Informieren Sie die Lehrkraft über das Mitteilungsheft oder die Schulnachrichten und schlagen Sie einen anderen Termin vor. Ein Telefonat oder ein Gespräch später im Trimester ist oft möglich.
Kann man auch außerhalb der geplanten Elternabende einen Termin vereinbaren?
Ja. Eltern können während des Schuljahres schriftlich einen Gesprächstermin mit der Lehrkraft anfragen und kurz das Thema nennen. Das ist sogar ratsam, sobald sich Schwierigkeiten zeigen.


